Solizweck 2020

Thirtysixfights – United for Mexmûr

Im Februar 2019 fand im Berliner Club SO36 unter dem Motto „United for Rojava“ die erste Kampfsportveranstaltung in Solidarität mit dem revolutionären Projekt in der multiethnischen Autonomieregion Nordostsyriens statt. Die Veranstaltung war restlos ausverkauft und konnte große Aufmerksamkeit für den Kampf einer basisdemokratischen Selbstorganisierung erzeugen. Der gesamte Gewinn wurde anschließend der einzigen Prothesenwerkstatt in der Region gespendet.

Hieran anknüpfend wird es auch am 11.04.2020 wieder ein Event im SO36 geben, das Kampfsport und Solidarität verbindet. Dieses Mal unterstützen wir das Camp Mexmûr in Südkurdistan (Nordirak).

Während mit dem Krieg der Türkei gegen diese Utopie und konkret auch gegen die Menschen vor Ort ein weiteres dunkles Kapitel aufgeschlagen wird, an dem auch die europäischen Staaten durch ihre dreckigen Deals mit der türkischen Regierung mitschreiben, wollen wir nochmal einige Seiten zurückblättern und zu den Ursprüngen des „demokratischen Konföderalismus“ und der Revolution in Rojava zurückkehren.

Das Camp Mexmûr gilt als Versuchslabor der Revolution in Rojava. Ende der 1990er wurden in der Türkei mehrere Dörfer von der türkischen Regierung vor die Wahl gestellt, gegen die PKK zu kämpfen oder vom Militär aus ihren Dörfern vertrieben zu werden. Die Dorfgemeinschaften entschieden sich für die Flucht. Im Nordirak errichteten sie nach einer jahrelangen Odyssee mit mehreren Zwischenstationen und weiteren Vertreibungen in der Nähe der Stadt Mexmûr ein Flüchtlingslager: Camp Mexmûr.

Hier wurde der Grundstein für die basisdemokratische Selbstorganisierung gelegt, die später auch in Rojava umgesetzt wurde und als Paradebeispiel für ein friedliches Miteinander in einer von Konflikten, Gräben und Kriegen geprägten Region steht. Geleitet wird dieses Miteinander von den drei Zielen: Basisdemokratie, Geschlechterbefreiung und Ökologie.

Obwohl quasi aus dem Nichts mitten in der Wüste entstanden, ist das Camp mittlerweile zu einer kleinen Stadt gewachsen, in der die Menschen von einer Vielzahl in der Region beispielhaften Errungenschaften profitieren. Leider sind diese Fortschritte aufgrund eines Embargos durch die türkeinahe nordirakische Autonomieverwaltung in großer Gefahr. Vor allem die medizinische Versorgung der Menschen leidet unter der Blockade, sodass die örtlichen Strukturen lebenswichtige Medikamente als dringendste Notwendigkeit bezeichnen. Daher haben wir uns entschieden, das Camp mit der kommenden Veranstaltung am 11.04.2020 im SO36 genau hierbei zu unterstützen. Wir wollen Geld für Medikamente sammeln und Öffentlichkeit für die Situation im Camp schaffen.

Auch wenn die Notwendigkeit des Anlasses keinen Grund zur Freude gibt. Freuen wir uns doch auf schöne Kämpfe, interessante Beiträge, wunderbare Preise und eine rauschende Party.

Solidarität ist eine Waffe!

THIRTYSIX FIGHTS, Januar 2020

Die Spenden werden wieder gemeinsam mit der Kurdistanhilfe unter dem Spendenstichwort „Medis für Mexmûr“ gesammelt. Die Kurdistanhilfe e.V. stellt zum Ende des Jahres Spendenquittungen aus.

KurdistanHilfe e. V.
Hamburger Sparkasse
IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04